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Der portugiesische Vorsitz des Rates der Europäischen Union (EU) veranstaltete gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) am 15. April in Rabat einen Diskussionsvormittag über die Energiewende in Afrika zum Thema „Energieeffizienz in Sozialwohnungen und öffentlichen Gebäuden: Chancen und Herausforderungen“. Die Veranstaltung fand im Vorfeld des hochrangig besetzten EU-Africa Green Investment Forum statt, das gemeinsam vom portugiesischen Ratsvorsitz und der EIB am 23. April 2021 in Lissabon veranstaltet wurde (EU-Africa Green Investment Forum – 2021portugal.eu).

Ziel des „Green Talk“ in Rabat war es, in Gesprächen über nachhaltige Entwicklungslösungen für Marokko und Afrika Impulse für das Forum in Lissabon zu sammeln. Dabei tauschten sich die Teilnehmenden über Best Practices, Erfahrungen und innovative Ansätze aus. Der Workshop befasste sich mit Energieeffizienz in Sozialwohnungen und öffentlichen Gebäuden, mit Herausforderungen und Chancen durch die Nutzung von Finanzierungsinstrumenten sowie mit einem angemessenen Rechtsrahmen und geeigneten Strategien, um die grüne Wende zu realisieren.

Die Botschafterin der Europäischen Union in Marokko Claudia Wiedey, der Botschafter Portugals in Marokko Bernardo Futscher Pereira und die Vertreterin der EIB in Marokko Anna Barone eröffneten die Gespräche. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Regierung, des Privatsektors und Fachleute aus dem Energiesektor teil: João Galamba, portugiesischer Energiestaatssekretär, Saïd Mouline, Generaldirektor der Marokkanischen Agentur für Energieeffizienz (AMEE), Paola Mendez, Ingenieurin in der Abteilung Energieeffizienz und Energieberatung der EIB, Badr Kanouni, Vorstandsvorsitzender der Al Omrane-Holding, und Jorge Humberto Ribeiro Balsas, Direktor von Casais Marokko.

Die Teilnehmenden diskutierten darüber, wie die Energiewende durch flankierende Maßnahmen, gezielte Finanzierungen und die Herausstellung von Erfolgsbeispielen realisiert werden kann, um Arbeitsplätze zu schaffen und die verheerenden Folgen des Klimawandels in Afrika wirksam zu bekämpfen.

Claudia Wiedey, EU-Botschafterin in Marokko: „Vor mehr als einem Jahr haben wir den europäischen Grünen Deal vorgestellt, die neue Wachstumsstrategie Europas, die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Die Energieeffizienz ist Teil des im Grünen Deal enthaltenen strategischen Maßnahmenpakets. In Marokko hat die Europäische Union bereits neun Energieeffizienzprojekte für Gebäude unterstützt, darunter vier Sozialwohnungen in Zusammenarbeit mit Al Omrane. Erst kürzlich unterstützten wir die Einrichtung der Ausbildungsstätten für Berufe in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (IRMEREE) sowie die Partnerschaft Marokko-EU mit dem Ziel, Ausbildungsgänge zu schaffen und Erfahrungen mit Energieaudits und der Steigerung und Kontrolle der Energieeffizienz von Gebäuden auszutauschen. Außerdem riefen wir zur Einreichung von Projekten im Rahmen der Initiative Horizont 2020, dem Forschungsprogramm der EU, zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden in Afrika und Europa auf. Dabei arbeiteten wir in Marokko mit der Marokkanischen Agentur für Energieeffizienz und der Al-Akhawayn-Universität in Ifrane zusammen. Gemeinsam haben wir nun die einmalige Chance, die grüne Wende für einen bestmöglichen Wiederaufbau zu nutzen.“

Bernardo Futscher Pereira, portugiesischer Botschafter in Marokko: „Die Energiewende ist für Portugal von großer Bedeutung, weil wir uns verpflichtet haben, durch umfangreiche Investitionen in Wind‑, Sonnen- und Wasserkraft in den letzten Jahren und jetzt auch in grünen Wasserstoff bis spätestens 2050 CO2-neutral zu werden. Auch auf internationaler Ebene ist dies eine dringende Notwendigkeit, da wir uns der globalen Herausforderung des Klimawandels gemeinsam stellen müssen. Während unseres Vorsitzes im Rat der Europäischen Union haben wir das EU-Africa Green Investment Forum in Lissabon organisiert, um die Bedeutung der Energiewende herauszustellen und die zahlreichen wirtschaftlichen Chancen aufzuzeigen, die dieser Wende mit sich bringt.“

Anna Barone, Vertreterin der EIB in Marokko: „Die Energiezusammenarbeit im Rahmen der grünen Partnerschaft ist ein Grundpfeiler der strategischen Beziehung zwischen der EU und Marokko, vor allem im Bereich der Energieeffizienz. Als Klimabank der EU unterstützt die EIB nachdrücklich die Energiestrategie des Landes, die besonderes Augenmerk auf Klimaschutzmaßnahmen im sozialen Wohnungsbau legt. Seit 2014 hat die EIB bereits 526 Millionen Euro in die Bereiche erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Marokko investiert. Die EIB-Gruppe zeigte im Jahr 2020 außerdem, dass Investitionen in den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Coronakrise und in den Klimaschutz durchaus miteinander vereinbar sind: Der Anteil der Klima- und Umweltprojekte der Gruppe stieg von 34 Prozent auf 40 Prozent der Gesamtfinanzierungen. Klimafreundliche Gebäude stellen daher weltweit eine der größten Investitionsmöglichkeiten im nächsten Jahrzehnt dar.“

Sie können sich die Aufzeichnung des Livestreams der Media24-Veranstaltung auf der Youtube-Seite unserer Partnerschaft ansehen: Energieeffizienz in Sozialwohnungen und öffentlichen Gebäuden: Chancen und Herausforderungen 

Die EIB ist seit 40 Jahren ein wichtiger Partner Marokkos. Sie finanziert die Entwicklung und Umsetzung von Projekten in wichtigen Sektoren der marokkanischen Wirtschaft. Gefördert werden Unternehmen und Projekte in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser- und Abwasserwirtschaft, Bildung, Gesundheit, Verkehr und erneuerbare Energien.