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  • Unterstützung von Team Europe sichert mehr als 800 000 Menschen in Tirana dauerhaften Zugang zu Trinkwasser und verbessert das Erscheinungsbild und die Infrastruktur der Hauptstadt
  • Bislang größtes EIB-Projekt mit dem albanischen Staat und zweites EIB-Projekt in Tirana
  • Das durch eine EU-Garantie ermöglichte Darlehen hilft Albanien beim Aufbau einer modernen Wasserversorgung und macht die Wirtschaft klimaresilienter

Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Bank der Europäischen Union, stellt 80 Millionen Euro für eine bessere Wasserversorgung in Tirana bereit. Über 800 000 Menschen sollen künftig ununterbrochen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, und Wasserverluste werden reduziert. Mithilfe der Unterstützung von Team Europe wird die Wasserbewirtschaftung effizienter, die Versorgungssicherheit erhöht, und die Gesundheits- und Umweltbedingungen in der Hauptstadt werden verbessert. Das stärkt Tiranas Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und fördert das Wirtschaftswachstum.

Tiranas aktuelles Verteilungsnetz wird modernisiert, um über die Versorgungsleitung Guri I Bardhe und eine Hochdruck-Ringleitung eine durchgängige, zuverlässige und langfristige Wasserversorgung zu gewährleisten. Außerdem steigt die Qualität des Trinkwassers, weil sich die kleinen privaten Wassertanks auf Dächern erübrigen, in denen es leicht zu Kontaminationen kommt. Die Finanzierung wird im Rahmen der Resilienzinitiative der EIB vergeben, die durch die Mobilisierung von Finanzmitteln Wachstum und Beschäftigung stärkt und wichtige Infrastrukturprojekte sowie den sozialen Zusammenhalt in den Nachbarregionen der EU fördert. 

Lilyana Pavlova, EIB-Vizepräsidentin mit Aufsicht über Finanzierungen im Westbalkan: „Die heutige Vereinbarung verbessert die Lebensbedingungen in Tirana deutlich. Wir freuen uns, in eine sicherere und gesündere Zukunft Albaniens zu investieren und gleichzeitig zu einer schnelleren Erholung nach dem verheerenden Erdbeben von 2019 und der Coronapandemie beizutragen. Dank unserer Partnerschaft mit dem albanischen Staat und der Stadt Tirana konnten wir Herausforderungen angehen, die sich aus der rasch voranschreitenden Urbanisierung und dem mangelhaften Wasserverteilungsnetz ergeben. Das Projekt sichert die Wasserversorgung für alle und bringt das Land seinen Umwelt-, Stadtentwicklungs- und Klimaschutzzielen näher. Gemeinsam mit Team Europe sind wir bereit, unser Engagement für eine schnellere soziale und wirtschaftliche Entwicklung Albaniens fortzusetzen. Wir freuen uns auf neue Projekte für das Land.“

Luigi Soreca, Botschafter und Leiter der EU-Delegation in Albanien: „Mit der neuen Finanzierung trägt die EU entscheidend zu Albaniens Bemühungen bei, die Wasserinfrastruktur zu verbessern und eine durchgehende und sichere Wasserversorgung in Tirana zu gewährleisten. Die Stadt wird mit Europas Hilfe widerstandsfähiger und rüstet sich für den Klimawandel. Das verbessert die Lebensqualität der Menschen, stärkt die öffentliche Gesundheit und reduziert die Energiekosten. Wir helfen Albanien gerne dabei, nach und nach zu den EU-Standards aufzuschließen.“ 

Arben Ahmetaj, stellvertretender Ministerpräsident Albaniens: „Insgesamt werden 144,5 Millionen Euro in die Modernisierung der Wasserinfrastruktur und eine durchgehende Wasserversorgung für fast eine Million Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Tirana investiert. In den letzten zwei Jahren haben wir gemeinsam mit der EIB und der Stadt Tirana sehr viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Ich freue mich, dass wir einen Sektor voranbringen, der für Albaniens Regierung im Rahmen der umfassenden Reform prioritär ist. Durch die Wasserverfügbarkeit rund um die Uhr verbessert das Projekt zudem die Lebensqualität der Menschen – ein wichtiges Ziel unserer Regierung.“

Erion Veliaj, Bürgermeister von Tirana: „Wir haben schon riesige Fortschritte gemacht. Früher glich das Wasserversorgungsnetz einem groben Sieb – Wasser wurde regelmäßig gestohlen, Autos wurden mit Trinkwasser gewaschen und Mais damit bewässert. Zunächst mussten wir Verluste ausgleichen und mehr Effizienz ins Unternehmen bringen. Nur so konnten wir die Vergangenheit hinter uns lassen und uns auf unseren Auftrag konzentrieren – die Menschen zuverlässig mit Wasser zu versorgen. Heute kann ich stolz sagen: Das Unternehmen zählt in Albanien zu den besten, zahlt seine Kredite selbst zurück und steht finanziell besser da. Jedoch sind wir noch nicht am Ziel angelangt, Tirana rund um die Uhr zuverlässig mit Wasser zu versorgen. Das soll 2024 so weit sein. Heute haben wir das größte Darlehen in der Geschichte der Wasserversorgung von Tirana unterzeichnet. Damit zünden wir den Turbo. In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen die Bauarbeiten für die Verlegung von 45 Rohrkilometern und die Hochdruck-Ringleitung beginnen. Dann können wir ganz Tirana mit der gleichen Wassermenge versorgen, sogar Viertel wie ‚Astir‘, ‚Fresku‘ und ‚Liqeni i Thatë‘ und andere neue Stadtteile am äußeren Rand.“

2019 arbeitete die Bank mit der Stadt Tirana bereits beim Sanierungsprogramm für das Ufer der Lana zusammen. Der Fluss wurde gesäubert, und Straßen und urbane Flächen auf beiden Uferseiten wurden neu gestaltet.

Hintergrundinformationen:

Die EIB auf der Balkanhalbinsel

Die Europäische Investitionsbank ist ein führender internationaler Geldgeber im Westbalkan. Seit 2009 hat die Bank in der Region fast zehn Milliarden Euro für Projekte bereitgestellt. Sie setzt ihre Hilfe für den Wiederaufbau und die Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur fort und fördert seit 2010 auch Projekte in vielen weiteren Bereichen, darunter Gesundheit, Forschung und Entwicklung, Bildung und KMU. Weitere Informationen über die Tätigkeit der EIB im Westbalkan unter www.eib.org/en/publications/the-eib-in-the-western-balkans

Die EIB in Albanien

Die EIB ist seit 1995 in Albanien tätig. Bisher wurden 25 Projekte finanziert und mehr als 500 Millionen Euro investiert, hauptsächlich in die Bereiche Verkehr, Energie sowie Wasser und Abwasserinfrastruktur. Weitere Informationen über die Projekte der EIB in Albanien unter Albanien und die EIB

Die Resilienzinitiative

Die Initiative zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz wurde 2016 auf Aufforderung des Europäischen Rates ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, durch die Erhöhung der Widerstandskraft von Volkswirtschaften gegenüber zukünftigen Schocks Migrationsmuster mittel- bis langfristig zu verändern und Flüchtlinge zu unterstützen. Durch die Mobilisierung von Finanzmitteln stärkt die Initiative Wachstum und Beschäftigung und fördert wichtige Infrastrukturprojekte und den sozialen Zusammenhalt in den Nachbarregionen der EU. Weitere Informationen unter

Team Europe und die Covid-19-Maßnahmen im Westbalkan

Als Teil der #TeamEurope-Strategie, der globalen Antwort der EU auf Covid-19, hat die EIB-Gruppe in kurzer Zeit 5,2 Milliarden Euro für Projekte außerhalb der EU mobilisiert und damit Finanzierungen und gezielte technische Hilfe beschleunigt. Speziell für die Länder im Westbalkan hat die Bank ein Soforthilfepaket von 1,7 Milliarden Euro geschnürt, das vorrangig für KMU und den Gesundheitssektor bestimmt ist (https://www.eib.org/de/press/all/2020-111-eib-group-to-contribute-eur1-7-billion-to-the-eu-s-covid-19-response-package-for-the-western-balkans). Insgesamt beläuft sich das finanzielle Hilfspaket der EU für den Westbalkan auf mehr als 3,3 Milliarden Euro.