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EIB-Präsident Werner Hoyer nahm am 25. April amForum zur Entwicklungsfinanzierung des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOCOC)teil. Mit Rebeca Grynspan, Generalsekretärin der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen, Aiyaz Sayed-Khaiyum, Wirtschaftsminister von Fidschi, und anderen diskutierte Präsident Hoyer über nachhaltige Finanzierungen auch in Zeiten vielfältiger Bedrohungen.

Frühere Wirtschafts- und Finanzkrisen sowie die Coronapandemie haben die öffentlichen Finanzen weltweit und die Schuldentragfähigkeit vieler anfälliger Staaten stark belastet, so Präsident Hoyer in seiner Rede. Der brutale Einmarsch Russlands in der Ukraine verursacht nicht nur schreckliches menschliches Leid in der Ukraine, sondern gefährdet auch die Energie- und Ernährungssicherheit der ärmsten Länder der Welt dramatisch. Wie Präsident Hoyer hervorhob, können multilaterale Entwicklungsbanken wie die EIB dafür sorgen, dass die notwendigen Investitionen auch einen hohen sozioökonomischen Nutzen haben. Damit helfen sie den Ländern, ihre Schuldenlast im Lauf der Zeit zu verringern.

Der Klimawandel, bessere Resilienz und Anpassungsfähigkeit, Bildung, Digitalisierung und Gesundheit erfordern schon jetzt enorme Mittel. Schwindende öffentliche Ressourcen verschlimmern die Lage.

Vor diesem Hintergrund rief Präsident Hoyer dazu auf, die am stärksten gefährdeten Länder der Welt stärker zu unterstützen: „Angesichts des Angriffs auf unsere multilateralen Werte und unsere Arbeit dürfen wir nicht den Kopf einziehen. Wir müssen stattdessen einen Gang zulegen und noch intensiver mit unseren Partnern zusammenarbeiten.“ 

Er betonte vor allem die wichtige Rolle desPrivatsektors,der mehrnachhaltige Finanzierungen anbieten sollte:„Angesichts globaler Mammutaufgaben wie Pandemien, Klimawandel und Ernährungssicherheit ist dieser Kraftakt nur mit dem Privatsektor zu schaffen. Öffentliche Gelder allein reichen nicht aus, um genug zu bewirken. Für wirksame, nachhaltige Investitionen brauchen wir private Investoren.“

Hier kommen multilaterale Entwicklungsbanken wie die EIB ins Spiel: Mit durchdachten Finanzierungsinstrumenten und modernen Risikoteilungsstrukturen mobilisieren sie private Mittel für nachhaltige Investitionen. Präsident Hoyer unterstrich die Bedeutung globaler Standards, um nachhaltige Finanzierungen anzukurbeln: „Wir setzen uns für globale Definitionen und Standards ein. Sie sind wichtig, um private Investoren für nachhaltige Finanzierungen zu gewinnen. Sie bieten ihnen Transparenz, verhindern ‚Greenwashing‘ und stärken die Kapitalmärkte. Die gemeinsame Sprache für nachhaltige Finanzierungen, die die EU in ihrer Taxonomie festgelegt hat, schafft weltweit eine gemeinsame Basis.“

Präsident Hoyer ging auch auf die Gespräche der G20 über die internationale Finanzarchitektur ein, an denen er als Vorsitzender der Gruppe der Präsidenten der multilateralen Entwicklungsbanken 2022 teilnahm.

Er berichtete, dass viele Entwicklungsländer, in denen multilaterale Entwicklungsbanken tätig sind, nach wie vor in einer schwierigen Lage seien, was die Auslandsverschuldung angeht. Die EIB hofft auf einen Erfolg des gemeinsamen Rahmenwerks für die Schuldenkrisenbewältigung(Common Framework for Debt Treatment), das ärmeren und anderen vulnerablen Ländern bei der Rückkehr zu einer tragbaren Verschuldung helfen soll. Präsident Hoyer: „Wir müssen herausfinden, warum nur wenige Länder Anträge eingereicht haben. Der gemeinsame Rahmen muss als wirklich attraktive Lösung wahrgenommen werden. Multilaterale Entwicklungsbanken bieten vor allem Finanzierungen mit hohem Mehrwert, die Wachstum und Beschäftigung ankurbeln und sich dadurch positiv auf die Schuldentragfähigkeit auswirken.“

Präsident Hoyer begrüßte außerdem die Einrichtung des neuen Treuhandfonds für Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit des IWF. Die Entwicklungsbanken werden für seinen Erfolg wichtig sein, besonders was ihren Fokus auf längerfristige strukturelle Prioritäten betrifft. Ebenfalls begrüßte er Überlegungen, multilateralen Entwicklungsbanken direkt Sonderziehungsrechte zuzuteilen, damit diese Entwicklungsländer stärker unterstützen können.

Um Entwicklungsländer und nachhaltige Finanzierungen vermehrt zu fördern, gründete die EIB dieEIB Global.Die EIB Globalist der neue Geschäftsbereich der EIB-Gruppe für wirksamere internationale Partnerschaften und Entwicklungsfinanzierung. Sie arbeitet neben anderen internationalen Partnern und der Zivilgesellschaft eng und zielorientiert mitTeam Europezusammen. 

Mehr über dieTeilnahme der EIB an der Frühjahrstagung von IWF und Weltbankgruppe

Forum zur Entwicklungsfinanzierung des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (ECOCOC)

DasForum zur Entwicklungsfinanzierung des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationenist ein obligatorischer zwischenstaatlicher Prozess zur Überprüfung derAktionsagenda von Addis Abebaund anderer Entwicklungsfinanzierungsergebnisse sowie der Umsetzungsmethoden für dieUN-Ziele für nachhaltige Entwicklung.

DerWirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationenist eines der sechs Hauptorgane der Vereinten Nationen. Er fördert wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung. Den Vorsitz hat derzeit Collen Vixen Kelapile aus Botsuana inne.

2022 findet dasForum zur Entwicklungsfinanzierungvom 25.–28. April statt. Staats- und Regierungschefs, Ministerinnen und Minister sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und internationalen Organisationen kommen dort zusammen. Zivilgesellschaftliche Organisationen, der Unternehmenssektor und lokale Behörden werden ebenfalls vertreten sein.