EU-Mittel für die Wasserversorgung in Bosnien und Herzegowina ersparen den mühsamen Wassertransport aufs Feld per Pferdekarren

Die Menschen in Jajce und Zvornik, zwei Gemeinden in Bosnien und Herzegowina, leiden seit Jahren unter einer unzuverlässigen, ineffizienten Wasserversorgung. Gerade für landwirtschaftliche Kleinbetriebe in Dörfern ohne vernünftige Straßen ist das Fehlen der nötigen Infrastruktur ein Problem. Hier müssen die Menschen das Wasser noch mühsam mit Traktoren und Pferdekarren holen.

Das soll nun anders werden – dank eines Kredits der Europäischen Investitionsbank und eines Zuschusses von 2,1 Millionen Euro aus dem Investitionsrahmen für den westlichen Balkan. Mit dem Geld sollen 93 000 Menschen eine zuverlässige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung erhalten.

„Die Wasserversorgung war ein großes Problem in unserem Dorf. Früher mussten wir das Wasser zwei- bis dreimal pro Woche selbst nach Hause und auf unsere Höfe bringen“, erzählt Neđo Jović, ein Landwirt aus Lokanj, einem Dorf in der Gemeinde Zvornik. „Wir leben vor allem von der Viehzucht, und dieses Projekt ist enorm wichtig für uns. Dass ich jetzt Tag und Nacht an sauberes Wasser komme, ist für mich wie ein Sechser im Lotto.“

Grundlegende Verbesserung der Wasserversorgung

Der Zuschuss aus dem Investitionsrahmen für den westlichen Balkan, der von teilnehmenden Geberländern stammt, ermöglicht noch weitere Projekte: Das Wassernetz am rechten Ufer des Vrbas wird ausgebaut, Wasserverluste in Resnik in der Gemeinde Jajce werden reduziert, Lokanj-Pilica erhält ein Wassernetz und die Ortschaft Tabanci in der Gemeinde Zvornik eine Kläranlage.

Vjekoslav Bevanda, Finanzminister von Bosnien und Herzegowina: „Die Europäische Investitionsbank unterstützt generell Projekte, die auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen. Diese Mittel werden dazu beitragen, die Lebensqualität deutlich zu verbessern, und das ist das wichtigste Projektergebnis.“

Die Investitionen bremsen darüber hinaus die Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Städte und ermutigen junge Menschen, die bäuerlichen Traditionen ihrer Familien weiterzupflegen.

>@WBIF
©WBIF

Wasser für 50 Gemeinden

Die Wasser- und Abwasserprogramme in Bosnien und Herzegowina wurden 2008 ins Leben gerufen. Sie sollen 50 kleinen und mittelgroßen Gemeinden helfen, eine nachhaltige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aufzubauen. Das Gesamtvolumen der Projekte beträgt über 215 Millionen Euro, darunter 110 Millionen Euro an Krediten der Europäischen Investitionsbank und 14,4 Millionen an EU-Zuschüssen aus dem Investitionsrahmen für den westlichen Balkan. Im Wirtschafts- und Investitionsplan für den Westbalkan gelten diese Projekte aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit als Leitinitiativen.

Johann Sattler, EU-Botschafter in Bosnien und Herzegowina: „Wir wollen weiter die Wasserverschmutzung reduzieren und die Trinkwasserversorgung verbessern. Im Dezember 2020 hat die Europäische Union zusätzlich sechs Millionen Euro im Rahmen des Instruments für Heranführungshilfe bereitgestellt. Das Geld ist für Wasser- und Abwasserprogramme im ganzen Land bestimmt.“

Besser gerüstet für Notfälle

Bis heute hat die Europäische Investitionsbank 240 Millionen Euro in Wasser- und Abwassernetze sowie in den Hochwasserschutz in Bosnien und Herzegowina investiert.

Lilyana Pavlova, Vizepräsidentin der EIB mit Aufsicht über Finanzierungen in Bosnien und Herzegowina: „Eine der Prioritäten der Europäischen Investitionsbank besteht darin, den Menschen auf dem Westbalkan eine bessere Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zu bieten und der Region zu helfen, auf nachhaltigere Umweltlösungen umzustellen. Mit dieser Investition rüsten wir die Region besser für Notfälle und Naturkatastrophen, indem wir für sicherere Sanitärbedingungen sorgen und die Wasserverschmutzung verringern.“